In der Todeszone
Extremsport birgt Gefahren für Mensch und Umwelt
Die Extremisten der Wohlstandswelt sind gewöhnlich nicht politisch, sondern eher sportlich motiviert. Auf dem weiten Feld des ausufernden Körperkults und der Suche nach beflügelndem Seelenheil finden sie alles, was ihrem Egotrip zuträglich erscheint. Sie wollen die Grenzen der persönlichen Leistungsfähigkeit ausloten und dabei am liebsten auch gleich überschreiten. So werden ständig neue Rekordmarken gesetzt, immer spektakulärere Ziele verfolgt und menschenmögliche Bewertungsmaßstäbe verschoben.
Den ohnehin kleiner werdenden Refugien unberührter Natur auf dem Erdball Gewalt anzutun, gehört dabei immer häufiger zum Prinzip. Schließlich sind Nachahmereffekte bis hin zum Massenauftritt selbst hier nicht zu unterschätzen. So bleibt kein Gipfel unbezwungen, kein Tiefsee-Tauchgang ohne Folgen, keine Polar- oder Urwaldregion und auch keine Wüste dieser Welt von sportambitionierten Grenzverletzungen verschont. Die letzten Abenteuer der Menschheit verkommen zu sportlichen Herausforderungen – notfalls mit Hilfe der Technik, die Hindernisse schrumpfen lässt.
Zu solchen Inszenierungen von Leistungsfähigkeit in der Todeszone passt der wachsende Extremismus im Sportalltag. Da werden nicht nur neue Disziplinen in Serie „erfunden“ oder umetikettiert – als Beispiele seien Eisschwimmen, Tieftauchen, Base-Jumping, Free-Solo-Klettern, Skydiving, Einhandsegeln, Motorradakrobatik oder Wildwasserschwimmen genannt. Auch herkömmliche Sportarten wie Laufen, Radfahren, Schwimmen und Skilaufen werden durch exzessive Ausübung in vielerlei Richtung zu Risikofaktoren, die sogar Suchtgefahren beinhalten können.














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