Kalenderblatt
17. Juli 09

Geburtstag: Johann Jakob Astor, Kaufmann (1763)
Todestag: Adam Smith, Denker (1790)
Heiliger des Tages: Alexius von Edessa, Bekenner (Patron der Bettler, Gürtler, Kranken, Pilger und Vagabunden)
Weiteres zum Tage: Der britische König Georg V. ändert den Namen seines Hauses von Sachsen-Coburg-Gotha in Windsor (1917)

Zitat des Tages
"No society can surely be flourishing and happy, of which the far greater part of the members are poor and miserable."
(Keine Gesellschaft kann gedeihen und glücklich sein, in der der weitaus größte Teil ihrer Mitglieder arm und elend ist.)

ADAM SMITH
The Wealth of Nations (London 1776, Book I, Chapter 8)


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    03. Juli 09

    Killshot

    Killshot Zwanzig Jahre sind eine lange Zeit. Eine so lange Zeit, dass man sich kaum noch daran erinnern kann, welche Bücher damals auf den Markt gebracht worden sind. Oder etwa doch? Killshot war ja darunter, einer jener Romane aus der Schmiede des US-amerikanischen Kriminalschriftstellers Elmore Leonard, der damals, in den späten Achtzigern und frühen Neunzigern, seine wohl kreativste Phase erlebte. 1987 erschien Bandits, später folgten noch Freaky Deaky (1988), Get Shorty (1990), Maximum Bob (1991) oder Rum Punch (1992). Und zwischendurch (1989) eben auch Killshot, das ein Jahr später unter dem Titel Beruf: Killer auch in Deutschland erstmals veröffentlicht wurde.

    Killshot ist eine typische Gangstergeschichte, die vielleicht noch ein bisschen besser wäre, wenn Elmore die Figur des Profikillers Blackbird stärker in den Mittelpunkt gestellt hätte, ist es doch jener Halbindianer, der eigentlich Armand Degas heißt, der uns am meisten in den Bann zu ziehen vermag. Mehr jedenfalls als der psychopathische Ganove Richie Nix, der sich für seinen Überfall ausgerechnet Blackbird ausgesucht hat. Das kann eigentlich nicht gut gehen, tut es aber doch. Und warum? Weil Nix, die Waffe an der Stirn, den Tod vor Augen, die Chuzpe hat, Blackbird mit dem Gerede von einem gemeinsamen Coup den Mund wässrig zu machen. Zusammen wollen sie, der Kleinkriminelle und der Großkriminelle, den Immobilienmakler Nelson Davies erpressen. Doch als sie Davies in dessen Büro zwecks Einschüchterung aufsuchen wollen, ist der Makler gar nicht vor Ort; statt dessen finden sie nur den Stahlbauarbeiter Wayne Colson vor, der eines Vorstellungsgesprächs wegen im Büro herumlungert. Tatsächlich geht der Überfall schief, Colson prügelt die beiden Ganoven kräftig durch. So eine Schlappe kann man als Gangster freilich nicht auf sich sitzen lassen, Blackbird und Nix wollen deshalb Satisfaktion. Weil die Polizei ihn nicht länger beschützen kann, landet Colson schließlich zusammen mit seiner Ehefrau Carmen im staatlichen Zeugenschutzprogramm. Der Autor nutzt diese Gelegenheit, um eine knallharte Kritik an diesem System zu formulieren, das er manchmal subtil, manchmal weniger subtil ins Lächerliche zu ziehen versucht, bevor es am Schluss zum großen Finale kommt.

    Wie schon mehrere Bücher Leonards zuvor (Get Shorty, Jackie Brown und andere), so ist auch Killshot inzwischen verfilmt worden. Mickey Rourke spielt darin den Blackbird, Diane Lane die Carmen Colson, für die Regie zeichnet John Madden, für die Produktion Quentin Tarantino verantwortlich. Aber ist denn eine Hollywood-Produktion überhaupt in der Lage, einen Roman auch halbwegs nur ansprechend abzubilden? Wohl kaum. Die Lektüre des literarischen Vorbilds ist auch in diesem Fall unbedingt zu empfehlen – wer nur den Film kennt, der kennt nur die halbe Wahrheit.

    Wer aber einen Roman von mehr als 400 Seiten in allen seinen Facetten kennen lernen will, der sollte schon zum Original greifen, nicht aber zu einer Übersetzung, auch zur besten nicht. Doch man kennt das ja: Wann nimmt man schon mal einen dicken Wälzer zur Hand, der in einer Sprache geschrieben ist, die uns bei weitem nicht so geläufig ist wie unsere Muttersprache? Zum besseren Verständnis greifen wir deshalb gerne auf ein Hilfsmittel zurück, das uns den Zugang zur fremden Sprache wesentlich erleichtern kann: das Hörbuch. Umso erfreulicher also, dass der Verlag Bertz + Fischer dem deutschen Publikum jetzt den Originaltext auf einer handlichen mp3-CD zugänglich macht – und zwar in voller Länge, was heutzutage leider unüblich geworden zu sein scheint. 467 Minuten dauert die großartige Lesung, mit der uns der US-amerikanische Schauspieler Rider Strong auf wirklich beeindruckende Art in Elmore Leonards Welt von Killshot hineinzuziehen versteht. Fast acht Stunden also, acht Stunden aber, die sich wirklich lohnen.

    Das Rezensionsexemplar wurde uns freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt.

    15. Juni 09

    Original und Fälschung (XI)

    Blondie ist eine 1976 gegründete US-amerikanische Rockband, die noch heute aktiv ist. Ihr fünftes Album, Autoamerican, enthielt die Nummer The Tide Is High, mit der Blondie weltweit einen Superhit landen konnte.

    Fälschung: Blondie


    The Tide Is High - Blondie

    Das Original stammt freilich von der jamaikanischen Gruppe The Paragons, die das Lied bereits 1967 auf ihrem Album On the Beach with the Paragons veröffentlichte. Geschrieben wurde das Stück von John Holt

    Original: The Paragons


    Tide Is High, The - The Paragons - Various Artists

    08. Juni 09

    Neues iPhone 3GS vorgestellt

    Mein Bericht über die Vorstellung des neuen iPhone 3GS von Apple ist im iPhone-Infoblog zu finden.

    25. Mai 09

    Urlaub St. Lucia

    Hier ein paar Impressionen meines Urlaubs in St. Lucia.
    Coco Palm 1 Coco Palm 2 Coco Palm 3 Coco Palm 4 Coco Palm 5 Coco Palm 6 Coco Palm 7 Reduit Beach 1 Reduit Beach 2 Reduit Beach 3 Reduit Beach 4 Reduit Beach 5 Reduit Beach 6 Coco Palm 8 St Lucia 1 St. Lucia 2 St. Lucia 3 Montego Bay 1 St. Lucia 4 St. Lucia 5 Deux Pitons 1 Deux Pitons 2 St. Lucia 7 St. Lucia 8 St. Lucia 9 St. Lucia 10 St. Lucia 11 St. Lucia 12 St. Lucia 13 St. Lucia 14 St. Lucia 15 St. Lucia 16 St. Lucia 17 St.  Lucia 18 St. Lucia 19 St. Lucia 20 St Lucia 21 St. Lucia 22 Montego Bay 2 Montego Bay 3 Montego Bay 4 St. Lucia 23 St. Lucia 24 St. Lucia 25 St. Lucia 26 St. Lucia 27 St. Lucia 28 St. Lucia 29 St. Lucia 30 Pidgeon Island 1 Pidgeon Island 2 Pidgeon Island 3 Pidgeon Island 4 Pidgeon Island 5 Pidgeon Island 6 Pidgeon Island 7 Pidgeon Island 8 Pidgeon Island 9 St. Lucia 31 St. Lucia 32 St. Lucia 33 St. Lucia 34 St. Lucia 35 St. Lucia 36 St. Lucia 37

    19. Mai 09

    Zum Todestag: Erinnerung an José Martí

    Heute vor 104 Jahren starb der kubanische Dichter José Martí, der vor allem als Widerstandskämpfer gegen die spanische Kolonialherrschaft auf Kuba bekannt wurde. 1895 nach Kuba zurückgekehrt, kam er während des Unabhängigkeitskriegs ums Leben.

    Im Exil hatte er zuvor zahlreiche Schriften verfasst, darunter auch den Gedichtzyklus Versos Sencillos, dessen Verse die Grundlage für das Lied Guantanamera bilden (hier gesungen von Pete Seeger).

    04. Mai 09

    Geburtstagskind der Woche: Audrey Hepburn

    Zum achtzigsten Geburtstag sei erinnert an die großartige Audrey Hepburn, die viele ausgezeichnete Filme durch ihren Auftritt noch veredelt hat, so z.B. Roman Holiday (dt. Ein Herz und eine Krone), Sabrina, Funny Face (dt. Ein süßer Fratz), The Nun's Story (dt. Geschichte einer Nonne), Breakfast at Tiffany's (dt. Frühstück bei Tiffany), Charade, My Fair Lady oder Wait Until Dark (dt. Warte, bis es dunkel ist).

    Hier eine Hommage an die Hepburn:

    27. April 09

    Original und Fälschung (X)

    Die englische Popgruppe Soft Cell war in Großbritannien leidlich erfolgreich, außerhalb der britischen Inseln galt sie als One-Hit-Wonder. Den einzigen internationalen Erfolg feierte Soft Cell 1981 mit Tainted Love, das in Großbritannien und Deutschland Platz eins erreichte und auch in anderen Ländern die Top Ten knackte.

    Fälschung: Soft Cell


    soft cell - tainted love - Soft Cell


    Die erste Aufnahme von Tainted Love stammt von Gloria Jones, die das Lied bereits 1964 als Achtzehnjährige aufgenommen hatte. Damals versank die Nummer bald wieder in der Versenkung. Geschrieben wurde das Stück von Ed Cobb.

    Original: Gloria Jones


    Tainted Love - Gloria Jones

    25. April 09

    Geburtstagskind der Woche: Ella Fitzgerald

    Heute vor 92 Jahren kam die US-amerikanische Jazzerin Ella Fitzgerald auf die Welt. Im Alter von siebzehn Jahren trat sie im Harlem Opera House erstmals als Sängerin in Erscheinung. Im Jahr darauf traf sie auf Chick Webb, der sie für seine Big Band engagierte.1938 gelang ihr mit ihrer Version des Kinderliedes A Tisket, A Tasket der Durchbruch.

    Nach Webbs Tod avancierte sie für kurze Zeit zur Bandleaderin, ehe sie in den 1940er-Jahren ihre Solokarriere begann. The First Lady of Song entwickelte sich zur herausragenden Künstlerin, die vor allem für ihren Scatgesang weltberühmt wurde. Fitzgerald starb am 15. Juni 1996.

    20. April 09

    Original und Fälschung (IX)

    Der englische Sänger Phil Collins veröffentlichte 1982 sein zweites Soloalbum: Hello, I Must Be Going! Das bekannteste Stück darauf war zweifelsohne der Singlehit You Can't Hurry Love, mit dem Collins Platz eins in der britische Hitparade erreichte. 

    Fälschung: Phil Collins


    You Cant Hurry Love - Phil Collins

    Ein Kassenschlager war das Lied auch in der Originalversion, die 1966 von den Supremes veröffentlicht worden ist. Im September stand das Stück für zwei Wochen an der Spitze der US-amerikanischen Hitparade.

    Original: The Supremes


    You Cant Hurry Love - Diana Ross and The Supremes

    01. April 09

    Nachrichten zum Tage

    Radikaler Einschnitt
    Der Guardian verändert sein Aussehen, ab jetzt wird nur noch getwittert.

    Neues aus der Wissenschaft
    Selbstbefriedigung hilft bei Heuschnupfen.

    Schwarzes Loch
    Warum wurde am CERN der Teilchenbeschleuniger LHC so rasch wieder abgeschaltet? Wegen technischer Probleme? Nein. Der Abbruch des Experiments hat vielmehr damit zu tun, dass sich, wie von vielen befürchtet, tatsächlich ein kleines Schwarzes Loch gebildet hat.

    24. März 09

    Geburtstagskind der Woche: Harry Houdini

    Heute vor 135 Jahren wurde der Zauber- und Entfesselungskünster Harry Houdini geboren. In Budapest als Ehrich Weiss geboren, kam Houdini 1878 zusammen mit seiner Familie in die USA, wo er im Alter von neun Jahren als Trapezkünstler aufzutreten begann. In Anlehnung an den französischen Magier Jean Eugène Robert-Houdin nannte er sich später Houdini.

    Berühmtheit erlangte er vor allem mit seinen Entfesselungsnummern, die ihrer Zeit weit voraus waren.

    16. März 09

    Gott fährt nur noch mit der Bahn (II)

    Buskampagne Die Briten haben es vorgemacht, jetzt sind die Deutschen an der Reihe. SPON, JW und FR berichten über die neue Kampagne der Atheisten, die inzwischen auch in Deutschland angelaufen ist.

    Wer Lust hat, kann die Aktion mit einer Spende unterstützen.

    Wer an Gott glaubt, darf sich schon jetzt darauf freuen, was der Allmächtige mit den gottlosen Horden wohl anstellen wird.

    10. März 09

    Geburtstagskind der Woche: Bix Beiderbecke

    Heute vor 106 Jahren kam der US-amerikanische Jazzer Bix Beiderbecke auf die Welt. Berühmt war er vor allem für sein unverwechselbares Kornettspiel, das ihn von allen anderen Kornettisten unterscheidet. Beiderbecke starb im Alter von nur 28 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung.

    Singin' The Blues

    02. März 09

    Original und Fälschung (VIII): Fever

    Die US-amerikanische Jazz- und Popsängerin Peggy Lee hat viele bekannte Lieder aufgenommen, das Lied aber, mit dem man sie noch heute am ehesten in Verbindung bringt, ist das Stück, das Eddie Cooley und John Davenport (alias Otis Blackwell) 1956 geschrieben haben: Fever. Der Song wurde 1958 ein Top-10-Hit in den USA, die höchste Platzierung war Platz acht.

    Fälschung: Peggy Lee

    Fever - Peggy Lee


    Zwei Jahre zuvor hatte der US-amerikanische R&B-Sänger Little Willie John das Stück schon einmal aufgenommen. 1937 als William Edward John geboren, avancierte er in den späten 1950er-Jahren zu einem populären Vertreter des Rhythm and Blues. Heute ist er weitgehend unbekannt. John wurde 1966 wegen Totschlags verurteilt und starb am 26. Mai 1968 im Gefängnis.

    Original: Little Willie John

    Fever - Little Willie John

    22. Februar 09

    Filmtipp: Wer den Wind sät

    Ein Film aus dem Jahr 1960 der auf einem Vorfall aus dem Jahr 1925 im US-Bundesstaat Tennesee beruht. Dort wurde ein Lehrer aufgrund eines Gesetzes angeklagt, das es untersagte Theorien zu lehren, die der biblischen Entstehungsgeschichte des Menschen widersprechen.

    Der Film ist mit Spencer Tracy, Frederic March und Gene Kelly hervorragend besetzt und hält sich in den wesentlichen Szenen relativ nahe an das tatsächliche Geschehen. Tracy und March liefern als gegnerische Anwälte, in dem als Affenprozess bekannt gewordenen Gerichtsverfahren, eine sehr gute Leistung ab. Spencer Tracy wurde für den Oscar nominiert.

    Am erschreckendsten an dem Film ist, wie aktuell er heute noch ist. Das Gesetz aufgrund dessen der Lehrer angeklagt wurde, blieb bis 1967 in Kraft und noch heute arbeiten Kreationisten und Anhänger des "Intelligent Design" daran, die Evolutionstheorie aus dem Schulunterricht zu verbannen.

    Christians Bücherkiste

    Die Briefe der Lulu Schlosser

    Marie Anna Luise Nicolovius: geboren am 25. Oktober 1774 im oberbadischen Emmendingen, gestorben am 28. September 1811 in Berlin, Tochter von Cornelia und Johann Georg Schlosser, Nichte von Goethe, von allen genannt nur Lulu. In Karlsruhe, wo der Vater ab…
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