06. November 09

In der Todeszone

Extremsport birgt Gefahren für Mensch und Umwelt 

Die Extremisten der Wohlstandswelt sind gewöhnlich nicht politisch, sondern eher sportlich motiviert. Auf dem weiten Feld des ausufernden Körperkults und der Suche nach beflügelndem Seelenheil finden sie alles, was ihrem Egotrip zuträglich erscheint. Sie wollen die Grenzen der persönlichen Leistungsfähigkeit ausloten und dabei am liebsten auch gleich überschreiten. So werden ständig neue Rekordmarken gesetzt,  immer spektakulärere Ziele verfolgt und menschenmögliche Bewertungsmaßstäbe verschoben. Den ohnehin kleiner werdenden Refugien unberührter Natur auf dem Erdball Gewalt anzutun, gehört dabei immer häufiger zum Prinzip. Schließlich sind Nachahmereffekte bis hin zum Massenauftritt selbst hier nicht zu unterschätzen. So bleibt kein Gipfel unbezwungen, kein Tiefsee-Tauchgang ohne Folgen, keine Polar- oder Urwaldregion und auch keine Wüste dieser Welt von sportambitionierten Grenzverletzungen verschont. Die letzten Abenteuer der Menschheit verkommen zu sportlichen Herausforderungen – notfalls mit Hilfe der Technik, die Hindernisse schrumpfen lässt. 

Zu solchen Inszenierungen von Leistungsfähigkeit in der Todeszone passt der wachsende Extremismus im Sportalltag. Da werden nicht nur neue Disziplinen in Serie „erfunden“ oder umetikettiert – als Beispiele seien Eisschwimmen, Tieftauchen, Base-Jumping, Free-Solo-Klettern, Skydiving, Einhandsegeln, Motorradakrobatik oder Wildwasserschwimmen genannt. Auch herkömmliche Sportarten wie Laufen, Radfahren, Schwimmen und Skilaufen werden durch exzessive Ausübung in vielerlei Richtung zu Risikofaktoren, die sogar Suchtgefahren beinhalten können. 

Mehr "In der Todeszone" »

04. November 09

Brodelnder Gasball

Sunrise-Teleskop liefert spektakuläre Aufnahmen der Sonne 

Sonnenuntergänge sind für viele Fotografen immer wieder ein reizvolles Motiv und Thema. Für Wissenschaftler reicht es nicht, sich an einem solchen Schauspiel zu berauschen. Sie wollen mehr wissen über das, was sich auf der Oberfläche unserer Sonne abspielt. Und sie werden bei ihren Untersuchungen auch fündig, denn auf der Sonne brodelt es. Gaspakete steigen auf und ab und verleihen der Sonne ihre körnige Oberfläche, die Granulation. Viele dunkle Flecken erscheinen dann  und verschwinden auch wieder, Materiewolken züngeln nach oben – und hinter allem stecken Magnetfelder als Motoren. 

Das Ballonteleskop „Sunrise“, ein Gemeinschaftsprojekt des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau mit Partnern in Deutschland, Spanien und den USA, hat nun Bilder geliefert, die das komplexe Wechselspiel auf der sichtbaren Sonnenoberfläche mit bisher unerreichter Detailauflösung zeigen. Das größte Teleskop zur Erforschung der Sonne, das je die Erde verlassen hat, war am 8. Juni 2009 von der Europäischen Weltraumbasis Esrange bei Kiruna in Nordschweden aufgestiegen. Das Startgewicht der gesamten Ausrüstung betrug mehr als sechs Tonnen. Getragen von einem gigantischen Heliumballon mit einem Fassungsvermögen von einer Million Kubikmetern und einem Durchmesser von etwa 130 Metern, erreichte „Sunrise“ eine Flughöhe von 37 Kilometern über dem Erdboden.

Mehr "Brodelnder Gasball" »

03. November 09

Das neue Leben von Micky Mouse

Comic-Ikone aus Hollywood wird bald zum Super Mario 

Der Unterhaltungskonzern Walt Disney will seine wohl berühmteste Zeichentrickfigur Micky Mouse (Foto: © disney.go.) wiederbeleben. Um das etwas angestaubte Image der Comic-Ikone aufzupolieren, arbeitet man derzeit mit Hochdruck an der Entwicklung einer Videospielumsetzung für die  Nintendo Wii, in der sich die populäre Cartoon-Maus in moderner und zeitgemäßer Form präsentieren soll. Mit dem für Herbst 2010 angekündigten "Epic Mickey" soll die Disney-Figur mehr als 80 Jahre nach ihrem ersten öffentlichen Auftritt endgültig zum waschechten Action-Helden à la Super Mario oder Sonic the Hedgehog mutieren. "Ich war schon bei meinem Einstieg in das Gaming-Business vor einigen Jahren überzeugt davon, dass wir Micky im Videospielzeitalter nicht mit dem gebührenden Engagement behandeln. Dieser Charakter hat sicherlich viel mehr Potenzial als wir bisher erschlossen haben", erklärt Graham Hopper, General Manager der Disney Interactive Studios, der britischen Zeitung Guardian. Mit "Epic Mickey" wolle man dieses Versäumnis nun nachholen indem der Comic-Star in einem bislang eher ungewohnten actionlastigen Umfeld positioniert wird. 

Mehr "Das neue Leben von Micky Mouse" »

Hundertwassers bunter Bahnhof

Das „Gesamtkunstwerk“ am Schienenstrang von Uelzen 

Dass der Uelzener Bahnhof unwiderstehlich ist, behaupten die Bürger der niedersächsischen Heidestadt schon länger. Jetzt hängt die Bestätigung in Messing graviert am mosaikverzierten Hauptportal:  "Bahnhof des Jahres 2009" steht dort unter dem Prüfsiegel „Allianz pro Schiene" zu lesen. Bahnbegeisterte und Politiker enthüllten im Beisein von Uelzens Bürgermeister Otto Lukat die Siegertafel. Eine Urkunde für sein ausgezeichnetes Regime überreichte die „Bahnhof des Jahres"-Jury dem Manager des Hundertwasserbahnhofs, Marco Schlott. „Der Hundertwasserbahnhof ist ein Gesamtkunstwerk", sagte Jury-Mitglied Christian Schultz vom Deutschen Bahnkunden-Verband. „Viele Fahrgäste sind ja äußerst kritisch mit der Bahn, aber in so einem Bauwerk verzeiht man sogar eine Zugverspätung", sagte Schultz und betonte, dass der Bahnhof neue Maßstäbe gesetzt habe: „In Uelzen ist es der Bahnhof selbst, der die Touristen anzieht." Auch Jury-Mitglied Dirk Flege (Allianz pro Schiene) lobte Hundertwassers „bunten Bahnhof mit herrlich runden Formen". Schönheit und Kundenfreundlichkeit gingen in Uelzen Hand in Hand. 

Die 5-köpfige Jury aus Vertretern von Pro Bahn, dem Deutschen Bahnkunden-Verband (DBV), dem Verkehrsclub Deutschland (VCD), dem ACE Auto Club Europa und der Allianz pro Schiene bereist jedes Jahr Bahnhöfe in Deutschland incognito. Den Titel für den besten Kleinstadtbahnhof aus Kundensicht hatte Uelzen am 2. September zugesprochen bekommen. Der Erfurter Hauptbahnhof gewann in der Kategorie Großstadtbahnhof, die Usedomer Bäderbahn bekam einen "Sonderpreis Gesamtbild" für alle ihre Bahnhöfe auf der Ostseeinsel.

Mehr "Hundertwassers bunter Bahnhof" »

01. November 09

Im Angebot des Supermarkts

Der Sarg ist auch nicht mehr das, was er einmal war  

Obwohl doch die Vereinigten Staaten von Amerika ziemlich weit weg von Europa und Deutschland sind, werden Bestattungsunternehmer gleichwohl hellhörig und ein wenig nervös, nachdem der US-Einzelhandelsriese Wal-Mart eine neue Verkaufsnische entdeckt zu haben glaubt, und seinen Kunden neuerdings auch Särge zum Kauf anbietet. Die skurrile Verkaufsidee findet bei praktisch denkenden Amerikanern durchaus Anklang, doch zeigen sich vor allem traditionelle Bestatter hierzulande irritiert. "Ich  halte es für ein mehr als schwieriges Unterfangen für Wal-Mart, Kunden Särge zu verkaufen. Eine umfassende und vor allem sachkompetente Beratung ist nur durch die Bestatter selbst möglich", sagt Rolf Lichtner, Generalsekretär des Bundesverbands Deutscher Bestatter auf Nachfrage der Agentur pressetext. Dem Branchenexperten nach würden ausgebildete Dienstleister zudem den Vorteil bieten, vertraute Begleiter im Trauerfall zu sein. Immerhin: Viele Bestatter sehen in den Wal-Mart-Särgen durchaus Konkurrenz heraufziehen; andere wiederum vermuten, dass es dem Handelsriesen schwer fallen wird, in dem traditionellen Geschäft Fuß zu fassen. Und wie gesagt: die USA sind weit. 

Mit dem reinen Verkauf von Särgen will es Wal-Mart jedoch ohnehin nicht bewenden belassen und bietet bereits als ersten Schritt entsprechende  Finanzierungsmöglichkeiten an. Wie die britische BBC berichtet, sollen Kunden auch die Option haben, den Sarg innerhalb eines Jahres ohne Zinsen abzuzahlen. Das Sortiment sei allerdings nur ein "begrenzter Test, um die Reaktion der Kunden zu prüfen", lässt Wal-Mart auf Medienfragen antworten. Das Angebot reicht von sogenannten "Mom" oder "Dad Remembered" Sargausführungen aus Stahl zum Preis von 895 Dollar bis hin zu Särgen, die aus Bronze gefertigt und dementsprechend teurer (2.899 Dollar) zu erwerben sind. (pte)

 

29. Oktober 09

Kleiner Brocken, großer Knall

Wie aus einem „Handteller“ das All entstanden sein soll 

Wieder einmal gibt es eine neue Hypothese zum Urknall, der Entstehung des Universum sowie seiner ursprünglichen Größe vor dem Big Bang. Wie der Astrophysiker John Mather – Nobelpreisträger und Mitarbeiter des Goddard Space Zentrums der NASA  – in einer Online-Vorlesung sagte, sei "ein kleineres  Stück Materie, etwa zehn Zentimeter groß, möglicherweise zu dem sich erweiternden Universum geworden, das wir heute beobachten können. Dies erscheint unglaubwürdig, aber das ist die einzige Theorie, mit der sich alle Aspekte erklären lassen", sagte Mather. Er sprach von einem handtellergroßen Ursprungsprodukt. Der Wissenschaftler verwies i diesem Zusammenhang darauf, dass der Schöpfer der Relativitätstheorie, Albert Einstein, ganz am Anfang nicht an die Erweiterung des Weltalls geglaubt hatte und sich erst später durch Beweise des russischen Mathematikers Alexander Fridman und dann durch Studien anderer Wissenschaftler davon überzeugen ließ, dass das All nicht stationär sein kann. 

Auf die Frage eingehend, wieso das ganze Universum vor dem Urknall einen so geringen Umfang hatte haben können, sagte der Forscher, das All bestehe im Grunde genommen aus Vakuum. "Die Sterne befinden sich in sehr großen Abständen zueinander. Die Atome sind ebenfalls faktisch leer, denn der Atomkern ist sehr gering im Vergleich zum Atom selbst. Berechnungen haben ergeben, dass es gar nicht so unwahrscheinlich ist, dass das gesamte Universum aus einem Stück primärer Materie von sehr geringem Umfang hervorgegangen ist", sagte Mather. Ihm zufolge hat das Projekt für das zukünftige Weltraum-Teleskop "James Webb", an dem er mitwirke, zum Ziel, "eine Blick zurück in die Vergangenheit zu richten" und den Urknall nachzuvollziehen.

Mehr "Kleiner Brocken, großer Knall" »

28. Oktober 09

Alles unter Kontrolle

Arbeitsrechtler gegen Bluttests von Bewerbern 

Industrie-Konzerne nutzen die schwierige Arbeitsplatz-Situation in Deutschland offensichtlich gezielt dazu aus, medizinische Daten von zukünftigen Mitarbeitern zu erlangen, um diese kontrollieren zu können. Das berichtet die Agentur Pressetext aus Österreich. So verlangt der Automobilriese Daimler von allen, die  künftig bei ihm arbeiten wollen, einen Bluttest. Zwar behaupten die Unternehmer, eine solche Maßnahme diene lediglich der Gesundheit der Bewerber, gleichwohl wird die „Vorsorge“ von Arbeitsrechtlern massiv kritisiert. Besonders brisant an den Tests ist, dass den Bewerbern nach Informationen des NDR Blut abgenommen wurde, obwohl es keinerlei verbindliche Zusage für eine Arbeitsstelle gegeben hat. "Der Arbeitgeber hat der geltenden Rechtssprechung folgend kein Recht darauf, vollständig und umfassend über den Gesundheitszustand seiner Mitarbeiter oder Bewerber informiert zu sein. 

Die Tests sind dann erlaubt, wenn ein verpflichtendes Interesse des Arbeitgebers besteht. So kann ein Alkoholiker kein Berufskraftfahrer sein", sagt Martin W. Huff, Rechtsanwalt und Geschäftsführer der Rechtsanwaltskammer Köln auf Anfrage der Agentur pressetext. Bewerbungsbluttests befindet der Jurist für "völlig überzogen" und "bedenklich", denn Tests dieser Art erwischen viele Bewerber auf dem falschen Fuß. Denn obwohl diese das Recht haben, solche Untersuchungen abzulehnen, müssen sie bei einem Nein darum fürchten, aus dem Bewerbungsverfahren ausgeschlossen zu werden. "Bauchschmerzen bekomme ich insbesondere mit einem Blick auf die Persönlichkeitsrechte von Arbeitnehmern", erklärt Huff. 

Mehr "Alles unter Kontrolle" »

26. Oktober 09

Melodram in Kilians Kinopalast

Kino-Erinnerungen an einen alten englischen Spielfilm 

Sachsenhausen in den frühen Fünfziger Jahren, zwei Kinos gibt es damals in diesem Frankfurter Stadtteil: das Harmonie am Lokalbahnhof, das heute noch existiert, und die Lichtspiele in der Wallstraße, in der Nähe des Äppelwoi- oder auch Ebbelwei-Viertels. Von den Insidern wird das Kino nach dem graumelierten Besitzer, der meist selbst an der Kasse sitzt, Billets verkauft und abreisst, auch „Ki-Ki-Pa“ genannt (Kilians Kino-Palast), aber ein Palast ist es wahrlich nicht, vielmehr ein schmales Handtuch, weniger als  200 Sitzplätze, an der rechten Seite bullert im Winter ein mit Kohle oder Briketts betriebener Ofen – und weil die Filme vom Vorführer mit Rückprojektion von hinten auf die Leinwand geworfen, und von einem Spiegel umgelenkt werden, geht auch einiges an Leuchtkraft verloren. Die Streifen wirken meist etwas düsterer als in anderen Lichtspielhäusern, aber das macht die Schwarz-Weiß-Dramen irgendwie noch intensiver, noch spannender. 

Viele englische Filme werden vor und nach der Währungsreform von 1948 in den Besatzungszonen oder danach in der noch jungen Bundesrepublik gezeigt. Die Darsteller von der Insel heißen James Mason, Margret Lockwood, Phyllis Calvert, Stewart Granger. Manche von ihnen werden später in den USA zu Stars. Eine der großen Produktionsfirmen in London sind die Gainsborough Studios, heute längt abgerissen und zu einem Wohnviertel geworden. Meistens tritt die Rank Organisation als Verleiher auf, ein beeindruckendes Firmenzeichen läutet stets den Beginn des Films ein: ein muskulöser Mann mit nackten Oberkörper schlägt in zeitlupenhaftem Tempo auf einen gewaltigen Gong; die Zuschauer werden in Spannung und Erwartung auf die kommenden 90 Minuten versetzt. Die Wirkung auf das Publikum im Saal ist außerordentlich stark; nur der brüllende MGM-Löwe aus dem fernen Hollywood kann da noch mithalten.

Mehr "Melodram in Kilians Kinopalast" »

24. Oktober 09

Gratwanderung eines Künstlers

Ausstellung von Konstantin Lange im Kunstverein Duisburg 

Der Kunstverein gilt neben der musealen Ebene als das zentrale Forum in der Stadt Duisburg zur Pflege des künstlerischen und kulturellen Diskurses. Hauptanliegen des Vereins ist es, individuelle zeitgenössische Positionen der bildenden Kunst zu präsentieren und in der Gesellschaft zu vermitteln.  Neben den wechselnden Ausstellungen gibt es zahlreiche Konzerte, Workshops, Kurse, Symposien und kulturelle Projekte. Vom 31. Oktober bis 22. November wird nun die Ausstellung „Inszenierungen des Selbst“ präsentiert, wobei aktuelle Arbeiten des Düsseldorfer Künstlers Konstantin Lange gezeigt werden. Wie der Kunstverein mitteilt, bewegt sich Konstantin Lange als multimedial arbeitender Künstler dabei auf einer Gratwanderung zwischen Skulptur, Installation, Performance, Fotographie und Malerei, woraus ein in der Materialität sehr facettenreicher und in Ästhetik sowie Konzept sehr komplexer und ausgesprochen schlüssiger Kosmos entstehe. Lange erbaue eine Bühne aus Schauspiel und Clownerie, „auf der er uns Till Eulenspiegel gleich unsere soziale Wirklichkeit vor Augen führt.“ 

Mehr "Gratwanderung eines Künstlers" »

23. Oktober 09

Roter Wein, weißer Fisch

Eisenanteil am "Roten" beeinflusst den Geschmack 

Jahrelang galt in der gehobenen Restaurant-Branche die Faust- oder sogenannte Daumenregel, dass „Rotwein zu rotem Fleisch und Weißwein zu Fisch" serviert werden muss. Wer sich nicht daran hielt, war schnell als kulinarischer Banause abgestempelt. Doch schon lange ist das Dogma an der Realität des kulinarischen Lebens gescheitert. Das meint auch der Weinexperte Michael Pronay vom Magazin alacarte B im Interview mit der Agentur pressetext aus Österreich: „Die Daumenregel, dass Rotwein zu rotem Fleisch und Weißwein zu hellem Fleisch sowie Fisch getrunken wird, war lange Zeit ein Dogma, das jedoch längst durchbrochen wurde. Heutzutage wird alles getrunken, wie es einem persönlich beliebt." Für die Weinexperten, so Pronay, sei der Eisenanteil von Rotwein ohnehin nicht von Belang . Er vermutet, dass kräftigere und farbtiefere Rotweine auch höhere Anteile an Extrakten und damit auch an Eisen haben. "Die Grundidee der Daumenregel ist einfach nur, dass es in der Regel besser passt, zu Fisch Weiß- und zu rotem Fleisch Rotwein zu trinken.“ In Frankreich und in den mediterranen Ländern gebe es einige Fisch- und Meeresfrüchte-Gerichte, die in dunkler Rotweinsauce zubereitet werden und zu denen üblicherweise auch Rotwein getrunken wird. Gleichwohl haben japanische Forscher jetzt in einer Studie nachgewiesen, warum Rotwein nicht so recht zu Fisch passt. Der Eisenanteil im Rotwein sorgt nämlich dafür, dass der Wein im Zusammenwirken mit Fisch einen unangenehmen Nachgeschmack verursacht.

Mehr "Roter Wein, weißer Fisch" »

22. Oktober 09

Olympisches Feuer

Fackellauf für Winterspiele in Vancouver begann in Olympia 

Bald ist es wieder soweit und es wird olympisch, Die 21. Winterspiele im kanadischen Vancouver stehen vor der Tür (12. bis 28. Februar 2010), und für ein solches Ereignis braucht es nicht nur Schnee und Eis – was beides in Kanada erfahrungsgemäß reichlich vorhanden sein sollte –, sondern auch viel Geld, denn ohne dieses geht bei Olympia rein garnichts mehr. Außerdem bedarf es natürlich der Werbung weltweit, um  den „Event“ entsprechend vermarkten zu können und die Lust auf Fernseh-Zuschauen zu wecken. Nicht nur aus diesem Grund, sondern auch der Tradition wegen, gab es jetzt, knapp vier Monate vor dem Startschuss zu den Spielen, die erste große Veranstaltung. In der griechischen Westpräfektur Elis das Olympische Feuer entfacht worden. Die Zeremonie fand im historischen Stadion in Olympia, dem antiken Geburtsort der Olympischen Spiele, statt. Der Tradition entsprechend rief der Präsident des Internationalen Olympisches Koittees (IOC), Jacques Rogge (Belgien) während der Feier alle Staaten der Welt auf, den Olympischen Frieden zu wahren. Wie der Chef des Organisationskomitees Vancouver 2010, John Furlong, dabei mitteilte, wird die Fackel durch 1030 kanadische Städte getragen. Mit 45 000 Kilometern werde das der längste Fackellauf in der Olympischen Geschichte sein, an dem mehr als 12 000 Kanadier teilnehmen, sagte Furlong. Vor den Olympischen Sommerspielen in Peking 2008 war ein solcher zu den Spielen gehörender Fackellauf von vielen westlichen Medien in Frage gestellt worden; im Zusammenhang mit Vancouver ist davon nicht mehr die Rede. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt…


21. Oktober 09

Algen killen Urzeit-Monster

Neue Hypothese über Aussterben der Dinosaurier 

Der Untergang der Dinosaurier vor rund 65 Millionen Jahren wird vielen einschlägigen Theorien zufolge meist auf einen Asteroideneinschlag oder vulkanische Aktivitäten zurückgeführt. Die beiden Wissenschaftler James Castle und John Rodgers von der Clemson University in North-Carolina (USA)  bringen einen anderen Aspekt in die Diskussion. Die Schlüsselrolle beim Aussterben der Urzeit-Monster haben ihrer Ansicht nach Algen gespielt. Die amerikanischen Wissenschaftler begründen ihre Meinung damit, dass eine explosionsartige Vermehrung der Algen wegen eines Temperaturanstiegs die Katastrophe verursacht habe. Die Algen sollen demnach große Mengen von verschiedenen Toxinen freigesetzt haben, die in hohen Konzentrationen tödlich waren. Die Algen wiederum nahmen die Toxine aus dem Grundwasser auf, danach gerieten die Gifte in den Organismus der Grasfresser. Außerdem löste die Vermehrung der Algen und ihre Fäulnis einen CO2-Mangel im Wasser aus, was zum Aussterben der Fauna führt. Die beiden Wissenschaftler betonen, dass die Ergebnisse ihrer Studie sich nicht nur auf die bisherige Evolutionsgeschichte der Erde bezieht, sondern auch für die Zukunft des Planeten Errde eine entscheidende Rolle spiele. Die globale Klimaerwärmung und der Temperaturanstieg des Wassers in den Weltmeeren könnten eine explosionsartige Vermehrung von Algen und damit eine neue "Vergiftung der Welt" herbeiführen. (rian)

 

Angstschweiß löst Angst aus

Einfluss von Körperduft auch beim Menschen nachgewiesen 

Angst essen nicht nur die Seele auf, sondern sie kann sich auch intensiv auf andere Menschen übertragen, macht sie furchtsam und beeinflusst zudem ihr Verhalten. Das berichteten jetzt Neuroradiologen der Universität München neurorad.klinikum.uni-muenchen.de auf der Jahrestagung der Gesellschaft dgnr2009.de in Köln.d Denn: „Im Unterschied zu künstlichen Gerüchen setzen körpereigene Duftstoffe festgelegte Verhaltensprogramme in Gang", berichtet Studienleiter Martin Wiesmann im Interview mit pressetext. 

Die Forscher gewannen zunächst einmal Angstschweiß, indem sie Menschen eine halbe Stunde lang in einen Hochseilgarten angsteinflößenden Situationen aussetzten. Diese Substanz wurde anschließend anderen Menschen vorgesetzt und man beobachtete die Auswirkungen. Veränderungen konnten auf drei Ebenen festgestellt werden. „Einerseits gaben Menschen auf einem Fragebogen an, dass sie sich nach der Wahrnehmung von Angstschweiß selbst ängstlicher als vorher fühlten", so Wiesmann. Eine kleine, aber ebenfalls nachweisbare Änderung des Verhaltens zeigte sich, als die Probanden im Kartenspiel plötzlich Zurückhaltung zeigten und mehr auf Sicherheit spielten. Es ergaben sich auch Änderungen im Gehirn selbst. "Durch das Riechen des Angstschweißes wurden nicht nur die für Gerüche zuständigen Regionen aktiviert, sondern auch Areale für emotionale Veränderungen sowie für das Gedächtnis." 

Mehr "Angstschweiß löst Angst aus" »

20. Oktober 09

Ein Birnbaum an der Straße stand

BUND kürt „Allee des Jahres 2009“ in Niedersachsen 

Anlässlich des "Tages der Allee" am 20. Oktober hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland  die "Allee des Jahres 2009" gekürt. Aus über 250 Wettbewerbsbeiträgen wählte eine Jury eine Birnbaum-Allee bei Bohnenburg in Niedersachsen aus. Die niedersächsische Allee sei beispielhaft für die Bedeutung alter Obstbaum-Alleen in der Kulturlandschaft, so die Begründung der Jury. Sie seien  Lebensraum vieler, teils bedrohter Tierarten und bestünden zumeist aus Bäumen alter und widerstandsfähiger Obstsorten. Die weiße Baumblüte im Frühjahr sei ein besonderes Landschaftserlebnis. Die Birnbaum-Allee werde zudem vorbildlich in einem Projekt gepflegt. Lücken werden mit jungen Birnbäumen alter Sorten bepflanzt. 

Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender: „Mit der Prämierung der »Allee des Jahres« wollen wir auf die deutschlandweite Gefährdung von Alleebäumen aufmerksam machen. In vielen Regionen, vor allem im Westen Deutschlands, sind Alleen bereits aus dem Landschaftsbild verschwunden. Dabei sind sie nicht nur schützenswerte kulturelle Monumente. Sie leisten auch einen unschätzbaren Beitrag für den Umwelt- und Naturschutz. Sie filtern Schadstoffe aus der Luft und verbinden in der intensiv genutzten Agrarlandschaft natürliche Lebensräume. Alleen sind oft die letzten Zufluchtstätten gefährdeter Tierarten." 

Mehr "Ein Birnbaum an der Straße stand" »

19. Oktober 09

Gesichter im Wespenland

Interessant, mit welchen Themen sich Forscher beschäftigen 

Dass sich Gesichter voneinander unterscheiden, könnte auf einen evolutionären Vorteil zurückgehen. Zu diesem Schluss kommen Forscher der University of Michigan – www.umich.edu – in der Online-Fachzeitschrift Evolution. Sie konnten feststellen, dass einzigartige Gesichtsmerkmale bei Feldwespen  einen gewissen Schutz vor Aggressionen durch Artgenossen bieten. Auch bei anderen Lebewesen könnte die Unterscheidbarkeit Vorteile bringen, was im Lauf der Entwicklung zu individuell ausgeprägten Gesichtern geführt haben könnte. Feldwespen besitzen sehr unterschiedliche Gesichter. Sie erinnern sich erstaunlich gut daran, gegen welche ihrer Artgenossen sie in der Vergangenheit im Kampf gewonnen oder verloren haben und orientieren ihr Sozialverhalten nach diesen Erfahrungen. Besonders aggressiv sind sie gegenüber Wespen mit unbekannten Gesichtern. Wichtig ist dies zur Minimierung des Energieverbrauchs und zur Stabilität einer Kolonie, in der mehrere Königinnen ein Nest teilen und den Nachwuchs gemeinsam aufziehen, während sie jedoch gleichzeitig um die Vorherrschaft streiten. 

Die Wissenschaftler wollten nun erkunden, ob es auch der einzelnen Wespe selbst einen Vorteil bringt, wenn sie aufgrund ihre Gesichtszüge von anderen erkannt werden kann. Dazu suchten sie Wespenköniginnen mit besonders auffälligen Merkmalen und setzten sie in Gruppen mit drei einander unbekannten Königinnen, die sich jedoch einander stark ähnelten. Die Wespe, die sich von den anderen deutlich unterschied, wurde in allen Versuchen viel seltener Opfer von Aggressionen der Artgenossen als diejenigen, die sich einander ähnlich sahen. 

Mehr "Gesichter im Wespenland" »

  • Werbung

  • Ehmler
     
    Jourdan
     
    City-Press
     
    Mesdag
     
    Algund
     
    Tirolerhof
     
    Tirolerhof
     
    Staubach
     
    mer
     
    Farben Krug
     
    Vaselek
     
    Quelle
     
    Player für Web
     
    Gasthof Heimes